CDN – Pimp My Speed

Wann lohnt sich ein CDN (Content Delivery Network)? Immer dann, wenn die Seite dadurch deutlich schneller lädt? Nicht unbedingt. Denn ein CDN birg auch Nachteile. Diese sind den Vorteilen gegenüberzustellen.

Was meint Content Delivery Network?

Wir wollen uns an dieser Stelle nicht allzu lange mit der Frage aufhalten, wie ein Content Delivery Network exakt funktioniert.

Um zu erfassen, welche Vorteile ein solches bieten kann genügt es zu grob zu verstehen, wie das Internet funktioniert. Im Internet gibt es vereinfacht gesagt eine Kommunikation zwischen einem User und somit einem Browser und einem Server.

Der Standort des Users ist hierbei flexibel. So kann ein Nutzer auf unsere Seite prinzipiell gleichermaßen von Kanada aus zugreifen wie von Wanne-Eickel aus.

Beim Server hingegen sieht das anders aus. Der steht nämlich erst einmal fest verankert irgendwo. Alle Anfragen, die über das Internet kommen, werden über diesen Server auf welchem die Daten abgelegt sind, abgewickelt.

Hinzu kommt, dass der gesamte weltweite Datenverkehr über sogenannte Knotenpunkte läuft. Vereinfacht ausgedrückt: Je weiter weg der User, desto mehr Abzweigungen und Knotenpunkte. Das alles kostet natürlich Zeit: Ladezeit. Und wer heute noch nicht die Bedeutung der Ladezeit für die Gesamtperformance einer Seite (egal ob aus Sicht der Suchmaschinenwerbung oder der Usability, der Suchmaschinenwerbung oder sogar des Social Media Marketings) begriffen hat, der sollte ganz dringend noch einmal vertiefend hierüber sinnieren.

Kurz gesagt meint Google: Die Ladegeschwindigkeit einer Seite ist überaus wichtig. Das sagt Google aber nicht, weil Google die Netzgemeinde autokratisch führen möchte. Google sagt dies schlicht und ergreifend, weil dem Nutzer und damit auch mir, der hier gerade tippt und mit Sicherheit auch Ihnen, die Sie das lesen, die Ladegeschwindigkeit von Webseiten überaus wichtig ist.

Bei einem CDN wird nun diese Server-Starrheit, welche zu potenziell höheren Ladezeiten führt aufgebrochen, indem Inhalte nicht nur auf wie üblich einem Server abgelegt werden, sondern auf mehreren – verteilt über den Globus. Idealerweise werden dort dann beispielsweise Bilder oder auch PDFs, große CSS Dateien und so weiter abgelegt.

Dabei werden die Daten aber nicht verteilt, sodass insgesamt sozusagen ein kompletter Datensatz vorliegt. Vielmehr werden die Daten mehrfach abgelegt, sodass eine Grafik beispielsweise nicht nur auf einem Server in Hamburg, sondern außerdem auf einem Server in Frankrein, in Australien und beispielsweise den USA gespeichert wird.

Der Brwoser eines Nutzers, der auf eine Seite, die über ein CDN Inhalte ausliefert, zugreifen will, hatt dann schlichtweg kürzere Wege zu gehen um die Informationen insgesamt zusammenzutragen. Hierdurch kann die Ladezeit insgesamt deutlich reduziert werden. Insgesamt ergeben sich zwei entscheidende Vorteile eines Content Delivery Networks:

  • Kürzere Ladezeiten
  • Geringere Gesamt-Ausfallwahrscheinlichkeit über das Netzwerk

Der zweite Vorteil, der hier ausgewisen ist – die höhere Netzwerkstabilität – ergibt sich aus der Tatsache, dass der Ausfall eines Servers dann die Seite nicht gleich mehr komplett zusammenbrechen lassen muss.

Nachteile eines CDN

Den zweifellos attraktiven Vorteilen eines CDN stehen aber auch Nachteile gegenüber.

Zum einen bedeutet ein CDN schlicht und ergreifend einen höheren Aufwand, da Daten nicht nur auf einem Server sondern eben auf mehreren Servern zu hinterlegen sind. Dieser Aufwand kann sich natürlich potenzieren, wenn Daten zu aktualisieren sind.

Ein weiterer, zunehmend kritischer Nachteil ist der, dass potenzielle Hacker bei einem CDN naturgemäß mehr mögliche Schlupflöcher finden werden, als dies bei einem einzigen Server der Fall ist. Das große Stichwort lautet hier somit IT-Sicherheit.

Ein weiterer Punkt: Der Datenschutz. Gerade in Deutschland ein heikles Thema, wo mit Daten glücklicherweise etwas restriktiver umgegangen wird als in den USA. Wer Daten ins Ausland auslagert muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass damit auch ein gutes Stück Datenkontrolle verloren geht.

Und last but not least die Kosten eines CDN. Dieser Nachteil ist jedoch als eher schwach anzusehen, da es auch CDNs gibt, die keine direkten, reellen Kosten verursachen. So kann man bei cloudflare beispielsweise das CDN im kleinen Maßstab (private Websites) kostenlos nutzen. (Auch) andere Anbieter wie etwa die Google App Engine sind zudem recht günstig und können kostenlos getestet werden.

Somit also – Wann lohnt sich ein CDN?

Die Frage ist unserer Auffassung nach eigentlich recht einfach zu beantworten. Grundsätzlich lohnt sich ein CDN natürlich immer dann, wenn die Vorteile die Nachteile überwiegen. Dies abzuschätzen kann im Vorfeld aber mitunter schwierig sein, da der tatsächliche Aufwand nicht so leicht vorhersehbar ist.

Viel klarer wird die Beantwortung der Frage, wenn man sich überlegt, woher die User denn eigentlich so auf meine Seite kommen (in der Masse) und was für Inhalte ich dort anbiete. Wenn man will kann man hier eine Entscheidungsmatrix bemühen um den für sich besten Weg zu finden:

Wie aus der Grafik ersichtlich sind zwei Dinge entscheidend wenn es um die Frage geht, ob sich der Aufwand für die Etablierung eines Content Delivery Netzwerks lohnt oder nicht.

Zum einen ist dies die Frage nach dem Traffic und den dabei durchschnittlich abgefragten Datenmengen (je Seitenaufruf). Ist der Traffic insgesamt mittel oder hoch und werden hierbei sehr viele Daten abgefragt – etwa, weil sich auf einer Seite viele Bilder befinden, kann sich die Nutzung eines CDN lohnen. Wir befinden uns dann in der Matrix unten rechts.

Ist dann noch der Internationalisierungsgrad hoch (Ausrufezeichen oben rechts) sollte ein CDN falls machbar unbedingt genutzt werden. Ein hoher Internationalisierungsgrad bedeutet, dass Die Seite auf verschiedene Sprachen und damit Märkte ausgerichtet ist. Gleichermaßen sollte dann auch von eben diesen Märkten aus – und damit von außerhalb des eigenen Standorts (Deutschland) – viel Traffic auf die Seite kommen. In diesem Falle ist die Beantwortung der Frage „Lohnt sich ein CDN?“ eindeutig: Ja!

Ist nur der Internationalisierungsgrad hoch, der Traffic insgesamt allerdings überschaubar, befinden wir uns wieder in dem Bereich, in dem man schlichtweg abwägen muss (Fragezeichen oben links.).

Liegt schließlich der Fall vor, dass die Seite nur auf den den deutschen Markt oder ganz wenige Märkte ausgerichtet ist (z.B. DACH) und gleichzeitig wenig Traffic und damit Datenverkehr exisitiert („X“ in der Matrix), so lohnt sich die Nutzung eines Contend Delivery Networks unserer Auffassung nach nicht.

 



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