In der Überschrift das letze Wort, für diesen Artikel Ausgangspunkt der Überlegungen: Die Googlesuche. Kein Business, kein Marketer kommt an der Googlesuche vorbei. Für geradezu unzählige (digitale) Unternehmen steht und fällt das Geschäftsmodell mit organischen Rankings und damit organischem Traffic. Und genau hier liegt das Problem.

Googlesuche zunehmend entfreit

Je nach Grad der Professionalisierung (im Sinne von Arbeitsaufwand für SEO und Analyse) wird Seitenbetreibern mehr und mehr auffallen, dass organischer Traffic hier und da schmilzt.

Das liegt zum einen sicherlich darin begründet, dass die Konkurrenz noch immer und mit Bestimmtheit auch weiterhin nachhaltig zunimmt. Mehr Konkurrenz bedeutet nun mal weniger Traffic auf der eigenen Seite (also nicht zwangsläufig, aber im Allgemeinen gesprochen eben schon).

Gemeint ist an dieser Stelle aber etwas anderes. So manch einer wird feststellen, dass der Traffic einer bestimmten Landingpage dort nicht mehr in dem Maße ankommt, wie er ankommen sollte. Und zwar, obwohl die Rankings passen.

Die Erklärung liegt in der sich mehr und mehr ändernden Art und Weise, wie Google Suchergebnisse ausspielt.  Zum einen mischt Google zunehmend selbst bei so manchem Moneykeyword mit. Und diese Strategie dürfte künftig noch aggressiver gefahren werden.

Sucht man etwa nach „billiger flug hamburg köln“ so wird eine SERP ausgespielt, in welcher die ersten vier Treffer erwartungsgemäß Anzeigen für Google Ads (ehemals Google AdWords) abbilden. Auf Rang 5 der Suche – zählt man die bezahlten Ergebnisse mit – erscheint schließlich eine Box von Google Flights. Hierüber kann bequem und unmittelbar ein entsprechender Flug gebucht werden. Eine solche Google Box legt den Verdacht, dass gewisse Portale einen Trafficrückgang aufgrund solcher Services verspüren dürften, doch sehr nahe.

Auch wer sich beispielsweise dafür interessiert, wie viele Kalorien in einem Ei stecken, wird unmittelbar über die SEPR bedient (siehe unten). Ein Verlassen der Googlesuche ist somit gar nicht mehr vonnöten. Die SERP selbst liefert hier also entweder passende Informationen oder fungiert als Relais, in dessen Zentrum weitere Googleprodukte wie Google Flights stehen. Damit ist die SERP nicht mehr so recht unparteiisch, nicht mehr so frei. Sie wird zumehmend „entfreit“, wenngleich das Google auch mit Blick auf die Wettbewerbshüter wohl anders sieht.

Dies mögen nun ganz banale Beispiele sein. Doch ist eines gewiss: Es ist nur ein minimaler Ausschnitt dessen, was Google in den SERPS via „Eigenmarken“ oder aber entsprechend aufbereiteter Daten von Webseitenbetreibern nutzt, um Bedürfnisse und deren Erfüllung im Sinne Googles zu kanalisieren.

Notwendigkeit eines breiteren digitalen Portfolios

Die Frage, die sich für Seitenbetreiber somit stellt, bzw. künftig stellen muss ist: Wie gehe ich mit dieser Entwicklung um? Eine Frage, die man sich lieber früher als später stellen sollte. Denn die aufgezeigten Trends werden aller Voraussicht nach nicht Halt machen, sondern eher verstärkt ablaufen.

Fest steht außerdem: Wer den Rückgang organischen Traffics über die Google SERP langfristig einfach hinnimmt, der dürfte ins Schleudern geraten. Es sei denn, er verfügt über genügend finanzielle Mittel, um diese Delle auszubeulen, in dem er etwa den Mediaeinsatz für den Paid-Bereich erhöht.

Besser ist es aber sicherlich, sich frühzeitig Alternativen anzuschauen. Alternativen? Also weg von Google? Natürlich nicht. Doch sollte man sich vergegenwärtigen, dass es auch im digitalen Marketing im Sinne eines Risikomanagements besser ist, nicht alles auf ein Pferd zu setzen.

Auf die alternativen Möglichkeiten der organischen Trafficgenerierung soll an dieser Stelle allerdings gar nicht vertiefend eingegangen werden. Grundsätzlich böten sich jedoch ganz grundsätzlich folgende Kanäle an:

  • soziale Median wie Instagram oder auch Facebook (bedingt)
  • Videoportale (allen voran selbstverständlich YouTube)
  • Bildersuche (auf Google)
  • alternative Suchmaschinen (aktuell unbedingt Bing) und Rising Stars

Darüber hinaus sollte auch in diesem Sinne die eigene Marke als Möglichkeit genutzt werden. Verständlich, dass es sich bei Weitem nicht jeder leisten kann, eben diese Brand (und hier sei die eigene www-Domain angesprochen) in die Köpfe der Menschen zu tragen, sodass Nutzer / Interessenten nur noch bedingt auf Google zurückgreifen müssen um am gewünschten Ort zu landen (indem sie die Web-Adresse ganz einfach aus dem Gedächtnis heraus in den Browser eintippen, ohne eine Suche durchzuführen). Dennoch ist die digitale Marke etwas, das man bei jeder Strategiefestlegung zwingend mitberücksichtigen sollte!

An dieser Stelle sei abschließend jedoch etwas ganz Grundsätzliches herausgestellt. Auch die i and i als Agentur für Digitales Marketing propagiert im Sinne einer möglichst ubiquitären Sichtbarkeit zu vermarktender Produkte und Services im Internet eine Streuung von Kommunikationskanälen. Hierbei geht es also um die Erhöhung der Kontaktwahrscheinlichkeit vor dem Hintergrund bestehender Bedarfe seitens der Nutzer / Interessenten.

Darüber hinaus ist eine solche Streuung – und eine solche ist im Kern nichts anderes als eine gelebte Portfoliostrategie – auch eine Risikominimierung hinsichtlich potenzieller Sunk Costs auf einzelne Kanäle bezogen. Denn so wie Google heute nicht mehr das ist, was es noch vor 5 Jahren war, so wird Google in 10 Jahren nicht mehr das sein, was es heute ist. Wenngleich aller Vorausssicht nach nicht weniger wichtig / dominant!

Noch wesentlich schärfer könnte der Kurswechsel bei den sozialen Medien sein. Wer würde – trotz steigenden Aktienkurses – wetten wollen, dass es Facebook in 10 Jahren in der vorliegenden Form überhaupt noch gibt?

Auf unterschiedlichen Kanälen im Internet aktiv zu sein – diese Strategie ergibt sich also nicht mehr nur aus einem „überall da sein, wo der Kunde ist“. Ein solcher Weg ist auch unumgänglich geworden, um an einem Punkt in der Zukunft noch da zu sein, wenn Geschäftsziele über den einen Kanal nicht mehr wie gewohnt erreicht werden können. Ein „von heute auf morgen“ umstellen dürfte indes schwierig sein, was die rechtzeitige Etablierung von Backups nur umso wichtiger erscheinen lässt.

Die Googlesuche ist genau genommen natürlich selbst wiederum nur ein mögliches Beispiel, wenn es um die Frage geht, wo im Internet (künftig) organischer Traffic verlustig gehen könnte. So gibt es gibt viele – vor allem auf dem US-amerikanischen Markt – Unternehmen und Dienstleister, welche Ihr Geschäftsmodell etwa zu nahezu 100 Prozent mit Facebook verknüpfen. Für diese könnte es irgendwann ein böses Erwachen geben.

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