Mehrwortabfragen gehen zurück

2011-03-15 18:00

Mehrwortabfragen gehen zurück

Kurz gesagt:

Google Instant blendet mit jedem Buchstaben, der in den Suchschlitz von Google eingegeben wird, dynamisch Ergebnisse ein. Dadurch verkürzen sich, wie es scheint, die Suchphrasen der Nutzer, da passende Treffer schneller in der SERP angezeigt werden.

Mehrwortabfragen über Google

In den vergangenen Jahren hatte sich mehr und mehr der Trend bei Suchenden breit gemacht, Suchergebnisse in Suchmaschinen über Mehrwortabfragen zu optimieren. Die Ein-Wort Suchanfrage fand sich im Suchabfragenranking bis vergangenem Jahr noch auf Platz vier. Das wundert eigentlich wenig. Denn die Suche nach "Parkplatz" macht im allgemeinen nicht so viel Sinn. Ein "Qualifier" (etwa: Hamburg) sollte es schon sein. Die Suchanfrage lautete dann "Parkplatz Hamburg". Wer außerdem nach einem kostenlosen Parkplatz in der Innenstadt suchte, gab möglicherweise "Parkplatz kostenlos Hamburg Innenstadt" in den Suchschlitz bei Google ein. So weit so gut.

Google Instant verändert offenbar das Suchverhalten der Nutzer

Bereits im vergangenen Jahr haben wir Google Instant vorgestellt (>>"Willkommen Google Instant - die neue Google Suche"). Google Instant ist nicht etwa ein neuer Algorithmus. Google Instant blendet vielmehr Suchergebnisse (und Werbeanzeigen im übrigen auch) dynamisch als Treffer ein. Dabei ist Google Instant erst einmal auf jedem Rechner aktiv. Wer den Dienst nicht nutzen will, muss ihn proaktiv deaktivieren. Was die meisten Nutzer nicht tun. In den USA wird die Standardeinstellung von mehr als 9 von 10 Nutzern beibehalten.

Aber noch einmal zurück zu Google Instant. Was nun bei einer Suchanfrage genau geschieht ist eine Beeinflussung des Suchenden. Diesem werden nämlich zu seiner "Suche" (den Wörtern, bzw. Wortbruchstücken, die er in den Suchschlitz eingefügt hat) bereits Treffer in einer Liste (Google "Suggest") vorgeschlagen. Nehmen wir also an, ein Suchender will "hamburg parken kostenlos innenstadt" in den Suchschlitz eingeben. Bei unserem Test erhält man spätestens nach Eingabe von "hamburg parken k" bereits vielversprechende Treffer in der Liste angezeigt. Es wundert nicht, dass man als Nutzer von Google sein Zeitbudget ebenso gerne optimiert sieht wie die Trefferliste selbst. Zwar werden durch Google Suggest die Treffer selbst nicht besser, jedoch bekommt eder Suchende schneller, zur individuellen Anfrage passende Treffer angezeigt, die er dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch anklickt, noch bevor er seine ursprünglich geplante Mehrwortabfrage beendet.

Das Ergebnis: Suchanfragen werden "kürzer"

Die Konsequenz der veränderten Ergebnisdarstellung erscheint logisch: Mehrwortabfragen und damit auch der klassische "Longtail" verlieren an Popularität. Dies zeigt sich bereits in den Staaten, wie eine Studie von Experian Hitwise zeigt (sehr schön dargestellt bei at-web!). Allerdings fehlt den bisher gesammelten Daten das nötige Volumen um mit Sicherheit beurteilen zu können ob und wie weit sich dieser Trend zu kürzeren Suchphrasen fortsetzen wird.

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