Goolge Tag Manager: Ereignis erstellen

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Google Tag Manager

Wie trackt und erstellt man im Google Tag Manager ein Ereignis, ein Event? Was ist der Google Tag Manager eigentlich und geht es auch ohne?

Der Google Tag Manager hat es in Sachen Marktdurchdringung noch immer schwer. Selbst eingefleischte Datenanalysten greifen oft genug nicht auf das Tool aus dem Hause Google zurück. Geschweige denn kleine und mittlere Unternehmen.

Dabei ist der Tag Manager von Google ein ausgezeichnetes Werkzeug um zusätzliche Daten und Ereigniss in Google Analytics auswerten zu können. Das Ganze ohne große Implementierung von Code.

Genau genommen muss nur einmal Code in das Seitentemplate eingefügt werden. Für nahezu alle weiteren Schritte genügt es, im Backend des Tag Managers Tags, Variablen und Trigger zu definieren, welche dann automatisch die gewünschten Daten der auf der Webseite erzeugten Klicks und Eregnisse an Google Analytics weiterzugeben.

Tag Manager – Erste Schritte

Voraussetzung für das Tracking von Ereignissen (Events) auf der Webseite ist neben der Nutzung von Google Analytics ein Google Tag Manager Konto. Dieses wird erstellt unter www.google.de/tagmanager.

Eine Anleitung zur Erstellung eines Google Tag Manager Kontos, sowie eines Containers, der sozusagen Ihren Arbeitsbereich für eine Webseite enthält, findet man hier. Die Einrichtung ist in weniger als 5 Minuten erledigt.

Nachdem das Konto mit dem ersten Container erstellt ist und der Code in die Webseite eingebunden wurde (der Tag Manager führt automatisch durch diese Schritte) muss nun direkt das erste Tag erstellt werden, welches sicherstellt, dass die regulären Daten (Seitenzugriffe) an Google Analytics übermittelt werden.

Hierzu klickt man in der linken Navigationsleiste auf Tags und „Neu“. Es öffnet sich folgende Auswahl:

Im oberen Bereich wird das Tag definiert (Welche Daten sollen übermittelt werden?), im unteren Bereich wird der Trigger gesetzt (In welchem Fall sollen Daten übermittelt werden?).

Tag konfigurieren:

  • Produkt auswählen (Universal Analytics)
  • Tracking Typ: Seitenaufruf
  • Tracking-Id einfügen; Hierzu muss zum einen das Kästchen „Einstellungen zum Überschreiben in diesem Tag aktivieren“ ausgewählt und die entsprechende Google Analytics ID aus dem korrespondierenden Konto eingetragen werden (findet man in Google Analytics unter „Verwaltung“ > „Property-Einstellungen“)
  • Im Sinne deutscher Datenschutzbestimmungen trägt man zudem unter „Erweiterte Konfiguration“ > „Festzulegende Felder“ noch als Feldname „anonymizeIp“ und unter Wert „true“ ein. HINWEIS: Diese Anonymisierung der IP Adresse, welche im Sinner deutscher Datenschutzbestimmungen zwingend nötig ist, muss für jedes Tag, welches erzeugt wird, separat definiert werden!

Trigger:

Hier wird wie gesagt definiert, in welchem Falle es überhaupt zu einer Datenübertragung kommt, wann der Tag also „feuern“ soll. Da hier sozusagen die kompletten Rohdaten erfasst werden sollen, klickt man unten auf „Trigger“ und wählt „All Pages“ (alle Seitenaufrufe).

Damit ist das Basistag erstellt. Über „In Vorschau ansehen“ kann man nun testen, ob das Tag auch tatsächlich feuert. Wählt man diesen Button oben rechts an und öffnet dann ein Browserfenster / Tab, in welches man die Webadresse der entsprechenden Seite eingibt so wird unten angezeigt, welche Tags implementiert sind und ob diese „feuern“ bzw. nicht feuern. Aber Achtung: Tag Manager und die Vorschau müsen im gleichen Browser geöffnet werden! Sonst funktioniert es nicht.

WICHTIG: Ist noch der Google Analytics Code im Template eingebettet (neben dem Google Tag Manager Code) ist dieser unbedingt zu entfernen. Ansonsten würde man doppelt tracken – jeder Besuch würde also doppelt gezählt!

Und noch ein Hinweis: Google Chrome hat teils Schwierigkeiten mit der Vorschau Funktion. Teils stellt sich die Vorschaufunktion erst nach vielen Minuten Wartezeit ein. Mit dem Firefox läuft die Vorschau jedoch problemlos (Stand: Juni 2017).

Ereignisse (Events) tracken

Nun zum eigentlichen Inhalt dieses Artikels.

Über den Google Tag Manager lassen sich nun spezifische Ereignisse kreieren, welche – sobald diese auf der Webseite erfolgen – unter Google Analytics messbar sind.

Wir wollen zwecks Veranschaulichung ein ganz simples Beispiel wählen. Will man beispielsweise wissen, wie oft auf einer bestimmten Seite ein bestimmter Link angeklickt wurde, so lässt sich dies nun spielend über den Google Tag manager lösen. Die Aufgabe dieses Praxixbeispiels lautet somit:

Richte ein Ereignis (ein Event) ein, welches konkret misst, wie oft ein bestimmter Link auf einer bestimmten Seite geklickt wurde.

Dies allein kann schon überaus nützlich sein. Etwa, wenn es um die Frage geht, wie oft auf einer gewissen Landingpage ein bestimmter Link zu einem Kontaktformular angeklickt wurde. Andere Einsatzmöglichkeiten wären z.B. zu messen, wie oft ein PDF heruntergeladen wurde, wie oft ein bestimmter Outbound Link angeklickt wurde und vieles mehr.

Aber zurück zu unserem Beispiel, das wie gesagt aus Gründen der Veranschaulichung absichtlich simpel gewählt wurde.

Event klassisch erstellen – ohne Tag Manager

Würde man das Ereignis ohne den Tag Manager mit Google Analytics messen wollen – müsste man nun dem Link, den man ins Auge gefasst hat (der also nach Klick Daten für dieses Ereignis an Google Analytics weitergeben soll), einen kleinen Codes beifügen. Dieser könnte etwa folgendermaßen aussehen:

<a href=“http://www.ihreDomain.de/Linkziel“ onclick=“ga(’send‘,’event‘,’LINK‘,’KLICK‘,’Landingpage‘);“>

Hierbei sind die ersten beiden Angaben ’send‘ und ‚event‘ obligatorisch. Ebenso die beiden folgenden Angaben, die man jedoch betiteln kann wie man mag. Die erste Angabe ‚LINK‘ wäre in unserem Fall die Bezeichnung für die Ereigniskategorie. Die Angabe ‚KLICK‘ diejenige für die Ereignisaktion.

Schließlich folg der nicht zwingende Wert für das Ereignislabel (in unserem Falle ‚Landingpage‘). Der Aktion kann im übrigen dann ebenso freiwillig noch ein ganzzahliger Wert zugeteilt werden. Dann würde der Code beispielsweise folgendermaßen aussehen:
onclick=“ga(’send‘,’event‘,’LINK‘,’KLICK‘,’Quellseite‘, ‚1‘);“
Die Benennung von Kategorie, Aktion und Label ist wichtig, da man anhand dieser Nomenklatur das Ereignis in Google Analytics entsprechend aufdröseln kann.

Ereignis mit dem Google Tag Manager erstellen

In der Variante ohne den Tag Manager muss man also in den Quelltext der Seite einen Code einfügen. Prinzipiell funktioniert das einwandfrei.
Wer jedoch viele unterschiedliche Ereignisse tracken will, dem wird die Sache schnell über den Kopf wachsen. Oder nehmen wir an, dass nicht ein Link auf einer bestimmten Seite, sondern ein bestimmter Link über die gesamte Webseite hinweg getrackt werden soll, der zudem auf vielen Seiten mehrmals vorkommt. In diesem Fall müsste man den Code auf jeder Seite für jeden Link manuell einbauen. Dank Google Tag Manager kann man sich das getrost sparen.
Um den Klick auf einer bestimmten Seite auf einen bestimmten Link messen zu können, benötigt man im Google Tag Manager einen neuen Trigger und ein neues Tag.

A: Vorarbeit

Standardmäßig sind im Google Tag Manager nur gewisse Funktionen vorab implementiert. Damit ein Klick getrackt werden kann, muss die Ereignisvariable „Klick“ sozusagen vorab freigegeben werden.
Das ist schnell geschehen. Einfach Variablen in der linken Hauptnavigation auswählen. In der oberen Box („Integrierte Variablen„) wählt man schließlich „Konfigurieren“ und setzt am besten für alle Klicks und auch Formulare alle Häkchen. Nun kann das Ereignistracking für Klicks beginnen.

B: Trigger definieren

Über das Menü links (Trigger) und anschließend „Neu“ kann ein neuer Trigger definiert werden.

  •  Als Triggertyp wird Klick – nur Links gewählt
  • Bei Trigger auslösen wird „Einige Klicks auf Links“ ausgewählt, da wir den Linkklick nicht über die gesamte Seite, sondern nur auf unserer Quellseite messen wollen
  • Nun müssen noch die Bedingungen gesetzt werden (siehe Bild oben).
    Zum einen wird hier der Klick-URL angegeben (im Beispiel: www.IhreDomain.de/Linkziel.html). Dies ist also der URL der Seite, auf die der Nutzer nach Klick weitergeleitet wird.
    Des Weiteren ist natürlich auch die Seiten URL anzugeben, auf welcher sich der Link, dessen Klick gemessen werden soll, befindet. Im Beispiel ist dies www.IhreDomain.de/Quellseite.html.

C: Tag definieren

Wir klicken in der linken Navigation auf „Tags“ und anschließend auf Neu.

  • In der Tag-Konfiguration wählen wir Universal Analytics aus
  • Als Tracking Typ setzen wir „Ereignis“
  • Kategorie, Aktion und Label benennen wir wie gewünscht / gewohnt. Wir wählen in diesem Beispiel:
    • Kategorie: Link
    • Aktion: Klick auf
    • Label: Klick von Quelle {{Page URL}} auf Link {{Click URL}} (Hinweis: Die Variablen in den geschweiften Klammern fügt man ein, indem man auf den Baustein neben dem Platzhalter klickt und die Variable auswählt!)
  • Unter dem Punkt Google Analytics Einstellungen > „Einstellungen zum Überschreiben in diesem Tag aktivieren“ geben wir wiederum unsere Google Analytics ID ein.
  • HINWEIS: Um auch hier datenschutzkonform zu agieren muss wie bereits erwähnt nun auch in diesem Tag das anonymizeIP implementiert werden. Hierzu muss erneut unter „Weitere Einstellungen“ und „Festzulegende Felder“ das bekannte „anonymizeIP“ mit Wert „true“ gesetzt werden.

Wenn alles erledigt ist, speichern wir das Tag. Nun sollte sich die Tag-Konfiguration wie im Bild rechts gezeigt, darstellen. Abschließend muss nun weiter unten („Trigger“) lediglich noch der zuvor definierte Trigger ausgewählt werden. Fertig!

Das Tag kann nachfolgend (und vor dem schlussendlichen Speichern) wie weiter oben bereits beschrieben, wieder getestet werden, indem oben rechts auf „In Vorschau ansehen“ geklickt wird.

Im Vorschaufenster unten sollte nunmehr erst einmal das Basistag feuern. Klickt man jetzt auf den entsprechenden Link und zwar in der Form, dass man diese Zielseite des Links per Klick in einem neuen Tab öffnen lässt (!) – also entweder über die rechte Maustaste oder indem man auf dem Mac die Command-Taste gedrückt hält – sollten beide Tags „feuern“.

Exkurs

Der Google Tag Manager kann natürlich noch viel, viel viel mehr. Möglicherweise ist es gerade der Funktionsumfang und die damit einhergehende Komplexität dieses Tools, aufgrund derer viele vor dessen Nutzung zurückschrecken. Dies ist wie gesagt schade, da der Google Tag Manager wirklich ein exzellentes Werkzeug für die Erfassung und verarbeitung von Daten darstellt.

Um nur kurz noch zu erläutern, wie man Links außerdem tracken kann, hier noch eine Erweiterung des obigen Beispiels.

Nehmen wir an, wir wollen nach wie vor einen gewissen Link auf einer gewissen Seite tracken. Nunmehr kommt dieser Link jedoch nicht einmal auf der Seite vor sondern mehrmals. Wir wollen jedoch nur den Klick auf einen bestimmten Link – etwa im laufenden Text tracken.

Der Google Tag Manager kann auch dies, indem man den Trigger so setzt, dass das Tag nicht dann feuert, wenn ein Link – etwa „www.IhreDomain.de/Linkziel.html“ – geklickt wird, sondern ein Link mit einer bestimmten Klasse oder auch ID.

Somit muss man dem Link lediglich eine bestimmte ID oder Klasse zuweisen, etwa in der Form:

<a href=“http://www.ihreDomain.de/Linkzielclass=“name“>Linkziel</a>

In der Triggerkonfiguration würde man dann definieren, dass das Tag feuern soll, wenn auf einer bestimmten Seite (www.IhreDomain.de/Quellseite.html) ein Link geklickt wird, der eine definierte Linkklasse aufweist. Die Konfiguration des Triggers würde dann wie im nachfolgenden Bild unten aussehen.

Und? Überzeugt? Probieren Sie es aus!

 

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